Muskat
Der Muskatbaum gehört zur Untergruppe der Magnolienartigen Pflanzen welche mit ca. 500 Arten gelistet ist. Den Weg nach Europa fand die Frucht bereits im 11 Jahrhundert durch arabische Händler. Das Verbreitungsgebiet der meisten Arten befindet sich in Südamerika und in Afrika. Der Muskatbaum (Myristica fragrans) gedeiht wunderbar in Indonesien und den kleinen Antillen. Die immergrünen Pflanzen können dabei bis zu 20m groß werden und geschlechtlich getrennt d.h. es gibt sowohl weibliche als auch männliche Bäume. Um den Ertrag einer Plantage gezielt zu erhöhen ist es also wichtig möglichst viele weibliche mit so viel männlichen Bäumen wie nötig anzulegen. Einen guten Ertrag werden diese Plantagen allerdings erst nach ca. 10 Jahren haben wenn die Bäume groß genug sind. Jeweils ein bis drei Nüsse wachsen schließlich in einer Frucht heran welche aufplatzt wenn ihre Samen reif sind (ähnlich einer Kastanie). Die Jahresproduktion liegt dabei bei geschätzten 11.000 Tonnen.
Die Nüsse sind dabei von einem knallroten Mantel umgeben welcher den Samen schützt. Dieser wird von der Muskatnuss getrennt und getrocknet ebenfalls als Gewürz verwendet. Bekannt ist dieses unter dem Namen Macis oder auch fälschlicherweise als Muskatblüte.
Wie bei vielen anderen Gewürzen gilt es auch hier möglichst frische Ware als ganzes Produkt zu kaufen und nicht als fertig gemahlenes Pulver. Dieses verliert zu schnell an Aromen und frische. Muskat besteht dabei größtenteils aus Pflanzenöl, Stärke und 5-13% ätherischem Öl. Aufgrund des hohen Fettanteils ist es möglich ein Muskatöl zu pressen welches in unseren Längengraden allerdings nicht sehr verbreitet ist. Frisch gemahlen verströmt sich der typische würzige und leichtbittere Geruch und Geschmack. Angewendet wird das Gewürz nur in kleinen Mengen aufgrund seiner Stärke und seinen ansonsten ungesunden Nebenwirkungen. Die ätherischen Öle haben teils krebserregende und halozinogene Eigenschaften.
Durch letztere ist es auch möglich die Würzpflanze als Droge zu missbrauchen welche einen meskalin-ähnlichen Rausch hervorrufen kann. Als Droge setzt sich das Ganze allerdings nicht durch da dies nur funktioniert wenn der Konsument genetisch in der Lage ist den Stoff Myristicin in die eigentliche Droge umzuwandeln (das ist bei den wenigsten Menschen der Fall). Auf einen Versuch sollte man es nicht ankommen lassen da die ersten Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Kopfschmerzen werden bereits ab einer Menge von 4 Gramm auftreten, was für ein Kleinkind sogar schon tödlich sein kann! Großen Mengen ab 20 Gramm können darüber hinaus zu tagelangen Delirien führen!
Nichts desto trotz gehört die Muskatnuss zu einen meiner Lieblingsgewürzen in der Bar (nebst Zimt und Vanille) und sollte nicht fehlen. Wie schon zu beginn geschrieben sind die Aromen eine perfekte Ergänzung in Cream-Drinks. Erst durch eine Prise Muskat wird ein Milk-Punch trinkenswert. Ebenfalls nicht zu verachten ist das Gewürz in Kombination mit gereiften Spirituosen wie Rum und Brandy. Entwickelt man ein neues Cocktailrezept und sucht noch einen kleinen Kick könnte die Nuss des Muskatbaum genau das richtige sein.











