Mittwoch, 5. Oktober 2011

Pisco Barsol im Test

Nach wie vor führt Pisco ein vollkommen unberechtigtes Nischendasein in den europäischen Bars obwohl sich die peruanischen Exportzahlen jährlich im zweistelligen Prozentbereich nach oben bewegen. In den Staaten ist Pisco aktuell sogar die wachstumsstärkste Spirituose auf dem Markt. Ein Grund dafür ist unter anderem die hohe Qualität dieses Brandes sowie seine vielseitige Einsatzmöglichkeit in der Bar. Dies dachte sich auch die Nürnberger Perola GmbH die seit wenigen Wochen eine neue Marke namens Barsol auf dem heimischen Markt vertreibt. Das erklärte Ziel ist es auch hier die relativ unbekannte Spirituose an den Gast zu bringen. Barsol wird in einer der ältesten Destillerien Perus produziert, der Bodega San Isidro. Diese Bodega kann auf die Erfahrung von fast 100 Jahren Pisco-Herstellung in traditionellen, kunsthandwerklichen Verfahren zurückgreifen. Barsol selbst wird seit dem Jahre 2001 abgefüllt und konnte sich seitdem schon einige Auszeichnungen ergattern. Von den sieben Sorten werden in Deutschland momentan lediglich die Qualitäten Quebranta, Acholado sowie Mosto Verde Italia angeboten. Wäre dies nur eine Woche früher geschehen hätte es Barsol auch noch in das Cocktaildreams Pisco-Tasting geschafft - schade... So erfolgt nun eine kurze Beurteilung von meiner Seite aus.

Primero Quebranta: In der Nase entsteht ein leicht süsslich-nussiger Geruch der ein gewisses alkoholisches Stechen mit sich führt. Am Gaumen entwickeln sich viel fruchtige und vollmundige Aromen. Umspült von einer angenehmen Süße erinnert mich dieser Pisco sogar an den artverwandten Grappa. Im Gegensatz zu diesem ist der Barsol aber ungewöhnlich mild was die alkoholische Schärfe  angeht. Im kurzen Abgang hinterlässt diese Spirituose einen trockenen Eindruck von Hefe. Im Pisco-Sour sticht die Spirituose nicht besonders hervor verleiht dem Drink aber angenehme subtile Noten - nicht unangenehm.
Selecto Acholado: Ein Blend aus den Trauben Quebranta, Italia und Torrontel. Der Geruch ist deutlich präsenter als der des Primero sowie floraler was sich auch auf der Zunge bemerkbar macht. Feigen und Trauben sind deutlich auszumachen. In der offiziellen Produktbeschreibung ist von Peka-Nüssen die Rede welche sich mir aber nicht erschließen. Auch beim Acholado passen die Süße und der weiche Charakter gut zum Brand. Etwas wachsig hinterlässt der Acholado allerdings eine leichte bittere Note im Abgang. Dafür ist dieser länger als beim Qebranta.
Supremo Mosto Verde Italia: Sehr intensiv in der Nase. Viele florale Noten lassen etwas fruchtiges erwarten. Und in der Tat ist der "Grüne Most" ein sehr ansehnliches Produkt. Sehr viele Zitrusnoten (Zitrone, etwas Orange) lassen mich fast daran zweifeln das es sich um einen Traubenbrand handelt. Dazu gesellen sich einige Aromen von Kamille und Fenchel. Wieder ist auch dieser Brand sehr weich und brennt zu keinem Moment. Der Abgang von mittlerer Dauer bleibt bei den frischen Zitrusfrüchten. Einer der wenigen Piscos die ich durchaus zum puren Genuss empfehlen kann!

Der Alkoholgehalt aller Qualitäten liegt zwischen 40,5% und 41,5%.  Die Preise sind äußerst fair kalkuliert mit ca. 16 € für den Quebranta, 18 € für den Acholado und 24 € für den Mosto Verde Italia. Wer sich für Pisco interessiert sollte einmal ein Blick auf Barsol werfen. Wie zu Beginn erwähnt gibt es noch weitere Qualitäten die noch nicht in Deutschland erhältlich sind.  Demnächst wird es dazu bei den Cocktailwelten noch einiges zu erfahren geben. ;-)

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